Rübenanbau

Zuckerstreuer

Backen, Einmachen, Kochen oder einfach zum Süßen von Speisen und Getränken – Zucker liefert uns Genuss und Energie. Sein Pro-Kopf-Verbrauch ist in Deutschland seit 40 Jahren nahezu unverändert und liegt bei 33 bis 34 kg.
Zuckerstreuer
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Zucker versüßt uns nicht nur das Leben, er ist ähnlich wie Salz ein natürliches Konservierungsmittel. Von Natur aus süße Früchte können mit Zucker z. B. in Form von Marmelade sehr lange haltbar gemacht werden. Doch woher kommt eigentlich Zucker? In Mitteleuropa liefert in erster Linie die Zuckerrübe den Grundstoff. Damit ist Zucker ein Produkt der Natur.
 
 
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Wie Zucker entsteht
 
Zucker entsteht als Produkt der Fotosynthese, bei der die Rübe die Energie des Sonnenlichtes nutzt und auf diese Weise Energie gewinnt. Aus Kohlendioxid und Wasser baut sie so Zucker auf und die Sonnenenergie wird praktisch in "Zuckerenergie" umgewandelt. Der Zucker 'lagert' in der Pflanze – doch wie wird er gewonnen? Nachdem die Rüben in der Zuckerfabrik angeliefert werden, werden sie gewaschen und zerkleinert. Mit heißem Wasser wird der eingelagerte Zucker aus den so genannten Rüben-Schnitzeln gelöst. Anschließend wird die so gewonnene Zuckerlösung filtriert und durch Verdampfen von Wasser eingedickt. So bilden sich auf natürlichem Wege Zuckerkristalle, die nach dem Trocknen verpackt und als Haushaltszucker verkauft werden.
 
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Sonnenkraftwerk Rübe
 
Die Rübe ist ein echtes Multitalent. Aus Kohlendioxid und Wasser entsteht unter Einsatz von Sonnenenergie Zucker. Dabei werden bei einem Rübenertrag von 70 Tonnen pro Hektar und einem Zuckergehalt von 18 Prozent rund 13 Tonnen Zucker gebildet. Der Zucker eines Hektars entspricht dem Jahresverbrauch von fast 400 Menschen.
 
Ein Hektar Zuckerrüben bindet 35 Tonnen Kohlendioxid und setzt 26 Tonnen Sauerstoff frei – das reicht für insgesamt für 120 Menschen jährlich zum Atmen.
 
Durch den hohen Energieanteil in der Rübe ist sie ein interessanter Rohstoff für die Energieerzeugung. So lassen sich von einem Hektar Rüben etwa 7000 Liter Bioethanol herstellen, womit ein Auto gut 80.000 Kilometer weit fahren kann. Zudem fallen wertvolle Eiweißfuttermittel an, die uns von Importen unabhängiger machen.
 
Wiederverwertung
 
Die bei der Zuckergewinnung anfallenden Nebenprodukte werden in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt: Die gepressten Rübenschnitzel werden an das Vieh verfüttert, Melasse zur Anreicherung von Schnitzeln werden für die Hefe- oder Mischfutterindustrie verwendet. Carbokalk, der bei der Saftreinigung anfällt, ist ein ausgezeichneter Dünger. Die abgewaschene Erde wird aufbereitet.
 
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Süße Geschichte
 
Die Geschichte des Zuckers ist über Jahrtausende eine Geschichte des Zuckerrohrs – bis der Apotheker und Chemiker Andreas Sigismund Marggraf 1747 in Berlin den Zucker in der Rübe entdeckte. 1802 entstand die erste Zuckerrübenfabrik im unterschlesischen Cunern. Aber noch wurde vor allem der aus Zuckerrohr gewonnene Zucker in Europa konsumiert. Das änderte sich erst mit der Blockade der englischen Handelswege durch Napoleon Bonaparte. Schon 1806 gab es deshalb kaum mehr Zucker aus Zuckerrohr in den europäischen Handelshäusern. Deshalb ließ Napoleon weitere Zuckerrübenfabriken bauen und veranlasste den Anbau von Zuckerrüben im großen Stil. Die europäische Zuckerindustrie entstand. Bis heute wird der Bedarf an Zucker in Europa vor allem aus Zuckerrüben gestillt. Weltweit stammt rund ein Drittel des Zuckers aus Zuckerrüben.

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