Apfelanbau

Vitaminbombe

„An apple a day keeps the doctor away“, das sagt schon ein altes englisches Sprichwort und liegt damit gar nicht so falsch. Äpfel enthalten 300 gesunde Substanzen und sind nicht nur deshalb des Deutschen liebstes Obst. Jedes Jahr kauft jeder Deutsche im Schnitt 18 Kilogramm bzw. etwa 100 Stück.
Vitaminbombe
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Äpfel stecken voller Kraft und sind dabei sehr kalorienarm, denn mit einem durchschnittlichen Gewicht von 120 Gramm liefern sie nur 75 kcal. Die Vitamine C und B6 und die Mineralstoffe Kalium und Eisen sind in ihm reichlich enthalten. Viele Ballaststoffe, insbesondere Pektin, sorgen für den knackigen Biss und machen lange satt. Besonders interessant sind die Substanzen, denen der Apfel seine roten Backen und seinen verführerischen Geschmack verdankt. Seine Farb- und Aromastoffe gehören zu einer Gruppe von Substanzen, die als sekundäre Pflanzenstoffe bezeichnet werden.
 
Die wichtigsten Nährstoffe:
  • 13,5 Gramm Kohlenhydrate (hauptsächlich Zucker)
  • 0,4 Gramm Eiweiß
  • 0,6 Gramm Fett
  • 84,4 Gramm Wasser
  • 2,5 Gramm Ballaststoffe
  • 0,6 Gramm Fruchtsäure
  • Gerbstoffe, ätherische Öle, Pektin
Die wichtigsten Vitamine und Mineralstoffe:
  • 12 Milligramm Vitamin C (40 Prozent des Tagesbedarfs)
  • 0,035 Milligramm Vitamin B1
  • 0,032 Milligramm Vitamin B2
  • 8 Mikrogramm Vitamin A
  • 0,3 Milligramm Niacin
  • 144 Milligramm Kalium
  • 0,5 Milligramm Eisen
  • 12 Milligramm Phosphor
  • 2 Milligramm Natrium
  • 7 Milligramm Calcium
  • 6 Milligramm Magnesium
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Äpfel sind nicht nur ein wohlschmeckender Snack für jede Tageszeit, sondern auch wahre Fitnessfrüchte, die in der täglichen Nahrung nicht fehlen sollten. Damit die Früchte die volle Menge an wertgebenden Inhaltsstoffen wie Vitamine und Mineralstoffe enthalten und gut schmecken, ist die Pflücke zum richtigen Reifestadium entscheidend. Die Früchte lassen sich nur in Speziallagern über einen längeren Zeitraum gut aufbewahren. Deshalb wird empfohlen, auch bei Äpfeln auf kurze Versorgungswege zu achten und lieber öfter kleinere Mengen einzukaufen.
 
In Bayern werden auf ca. 1.200 Hektar Apfelanlagen im Erwerbsobstbau bewirtschaftet. Der Bayerische Erwerbsobstbau-Verband, ein Fachverband des Bayerischen Bauernverbandes, schätzt die bayerische Apfelernte aus dem Ertragsanbau auf ca. 350.000 bis 400.000 Dezitonnen. Die Obstläger werden sicher gut gefüllt und den Verbrauchern können ausreichend frische, schmackhafte Äpfel aus heimischem Anbau angeboten werden.
 
Große Sortenvielfalt
 
Mit den Frühsorten Discovery und Piros beginnt bereits Mitte August die Apfelernte in Bayern. Ab Mitte August werden Delbarestivale geerntet. Ab September ist Erntebeginn für die Hauptsorten wie Gala und Elstar.
 
Die Frühäpfel zeichnen sich durch Frische und einen milden Geschmack aus. So ist z. B. Piros eine neue Züchtung aus der im Hausgarten altbewährten Frühapfelsorte Klarapfel. Discovery und der etwas spätere Delbarestivale, oft auch mit Delbar abgekürzt, sind fruchtige und knackige Äpfel. Wie alle Frühsorten sollen sie bald verzehrt werden.
 
Die Lagereignung nimmt bei den Hauptsorten deutlich zu. Die Ernte für Gala und Elstar beginnt Anfang September. Jonagold und Boskoop erfolgen erst später.
 
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Die Sortenvielfalt bei Äpfeln ist so groß wie bei kaum einer anderen Obstart. Nach der Bundesanstalt für Züchtungsforschung sind in Deutschland etwa 1.000 Sorten bekannt, von denen aber nur 30 bis 40 im Handel zu finden sind. Elstar, Jonagold, Jonagored, Braeburn, Gala, Idared, Golden Delicious, Boskoop und Pinova sind die beliebtesten und bekanntesten unter ihnen. Die vielen verschiedenen Sorten unterscheiden sich nicht nur im Erntezeitpunkt und im Aussehen, sondern vor allem durch ihre verschiedenen Geschmacksrichtungen. So findet jeder seinen ganz persönlichen Lieblingsapfel – von süß über süß-sauer bis säuerlich, von mild-würzig bis herb. „Wichtige Gemeinsamkeiten gibt es jedoch“, so Helmut Jäger, „Äpfel enthalten viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe und schmecken einfach köstlich!“
 
Der Apfel ist ursprünglich in den Bergregionen Südwestchinas beheimatet, wo sich noch heute um die zwanzig Wildarten finden. Von Mittelasien aus gelangte der Apfel über die alten Handelsstraßen bis in den Schwarzmeerraum, von wo er sich erst in Südeuropa, später dann in Mitteleuropa verbreitete. Schon im antiken Griechenland wurde der Apfel in Kultur genommen und mit dem „Pfropfen“, eine Form der vegetativen Vermehrung, entwickelt. Auch die Römer beschäftigten sich mit dem Apfelbau und seiner Weiterentwicklung und brachten die Technik des „Veredelns“ nach der Zeitwende nach Germanien. Besonders von den Mönchen wurden verschiedene Apfelsorten in Geschmack, Farbe und Wuchs verbessert. Die meisten und vor allem die älteren der heute bekannten über 20.000 Apfelsorten waren allerdings Zufallssämlinge oder Mutationen, denn eine gezielte Weiterentwicklung von Apfelsorten erfolgt erst im Beginn des 19. Jahrhunderts.
 
Tipps rund um den Apfel
 
Einkauf:
Beim Kauf von Äpfeln sollte in erster Linie darauf geachtet werden, dass die Früchte in Form und Farbe sortentypisch sind und keine Faul- und Druckstellen haben. Die Schale sollte glatt und unbeschädigt sein. Auch der Duft ist wichtig: Riecht der Apfel nicht nach Apfel, hat er vermutlich auch kein Aroma.
 
Lagerung:
Reifende Äpfel scheiden Ethylen aus, das anderes Obst und Gemüse schneller welken lässt. Daher sollten Äpfel zu Hause am besten gesondert gelagert werden, am besten auf Holzborden oder Brettern bei 2 bis 5ºC oder im Kühlschrank. Die Früchte sollten sich dabei möglichst nicht berühren.
 
Verzehr:
Für den puren Genuss Äpfel am besten ungeschält essen, denn die wertvollen Vitamine und Mineralstoffe befinden sich direkt unter der Schale. Da sich in der Wachssicht auf der Apfelschale Schadstoffe besonders gut festsetzen können, vor dem Reinbeißen gründlich waschen. Um die Bräunung von geschälten und geschnittenen Äpfeln zu verhindern, das Fruchtfleisch mit Zitronensaft beträufeln oder in Zitronenwasser legen.
 
Erhitzen:
Weitere Möglichkeiten zur Haltbarmachung von Äpfeln sind Heißeinfüllen, Sterilisieren (Einmachen) oder Pasteurisieren. Luftdicht verschlossen in Gläsern oder Flaschen sind Äpfel oder Apfelsaft längere Zeit haltbar.
 
Verarbeitung:
Ob Kompott, Gelee oder Chutneys, Kuchen, Aufläufe oder leckere Soßen – Äpfel sind vielseitig. Probieren Sie auch einmal getrocknete Apfelscheiben – eine gesunde Nascherei.

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