Maisanbau

Kraftpaket

Bereits vor 6 000 Jahren wurde Mais von den Inkas und Mayas kultiviert und hat sich in den letzten Jahrhunderten zu einer der wichtigsten Ackerkulturen in Deutschland, Europa und weltweit entwickelt. Mais ist ein richtiger Allrounder: Nahrungsmittel, Viehfutter oder Biomasse für die Energieerzeugung.
Neben den vielen Sorten für die Futter- und Energiegewinnung haben die Menschen in den Jahrtausenden unzählige Sorten mit vorteilhaften Kolben und Körnern für den Speiseplan gezüchtet. Die Sorten sind jeweils an die Boden- und Klimabedingungen der Regionen sowie die Nutzungsrichtung angepasst. Derzeit gibt es rund 600 zugelassene Maissorten in Europa.

Weltweit und in Europa wird meist nur das Maiskorn geerntet. In Deutschland und Bayern ist die Situation eine etwas andere. Der Mais, der auf ca. 530.000 Hektar angebaut wird, wird zu ca. 75 Prozent als Ganzpflanze geerntet und anschließend in Silos konserviert. Aus diesen Silos wird die Maissilage zur Viehfütterung oder in Biogasanlagen eingesetzt, deshalb spricht man landläufig vom Silomais. Von Körnermais spricht man, wenn nur die Körner geerntet werden. Die Körner werden als Viehfutter, Nahrungsmittel und Saatgut verwendet.

Auf den Teller kommt Mais in vielen Formen als Mehl, Schrot und Gries für Polenta zum Beispiel. Aber auch auf dem Grill macht er eine gute Figur oder bindet Soßen und andere Lebensmittel in Form von Stärke. Flüssig kann man Mais in Keimöl und Alkohol finden.

 
Mais ein Kraftpaket ohne Konkurren
 

Mais stammt ursprünglich aus Mexiko und ist eine sogenannte C-4- Pflanze, diese können die Sonnenstrahlen im Sommer noch effektiver nutzen als andere Kulturpflanzen. Auch bei hohen Temperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung ist der Mais anderen Kulturpflanzen überlegen und spart gleichzeitig Wasser. So benötigt der Aufbau eines Kilos Trockenmasse nur 250 Liter Wasser. Bei Weizen, Kartoffeln oder Raps würde mehr als doppelt so viel Wasser gebraucht werden.

Mit über 10 Tonnen Kornertrag erzielt der Körnermais die höchsten Erträge von allen Getreidearten. In den letzten 50 Jahren ist der Körnermaisertrag in Deutschland von 2 auf 10 Tonnen pro Hektar gestiegen, genauso wie die Silomaiserträge.
 
Aus einem Hektar Körnermais, Corn-Cob-Mix oder Silomais können:
  • 15 000 Liter Milch
  • 60 000 Eier
  • 30 Mastschweine
  • 6 Mastbullen oder
  • 9 000 m³ Biogas
erzeugt werden.

Die Menge Biogas entspricht ca. 18 000 kWh Strom (4-5 Haushalte), sowie 28 000 kWh Wärme, was so viel ist wie 2 800 Liter Heizöl.

 
Artenvielfalt und Klimaschutz
 

Ein Fußballfeld (ca. 70 x 100 m) voll Mais bindet etwa 23 Tonnen Kohlendioxid, genauso viel wie 8 Autos jährlich ausstoßen. Gleichzeitig liefert das Feld so viel Sauerstoff wie elf Menschen ein Jahr lang einatmen – 17 Tonnen.

Mais ist eine sehr gesunde Pflanze und braucht nur sehr wenig Pflanzenschutz. Er hat beim Behandlungsindex des Julius-Kühn-Instituts den absolut niedrigsten Wert aller Anbaukulturen. Gleichzeitig bildet er eine sogenannte „grüne Brücke“, so wandern Insekten, Milben und Spinnen in die Maisfelder über, wenn das Getreide im Sommer abgeerntet ist. Eine Untersuchung der Uni Kiel hat außerdem ergeben, dass Maisfelder genauso viele Brutvogelarten beherbergen wie andere Äcker (Wintergetreide, -raps).

Winterbegrünungsmaßnahmen und Mulchsaatverfahren schützen vor Bodenerosionen und der Auswaschung von Nährstoffen.

Grünmais liefert etwa 2 500 kg Biomasse pro Hektar Boden, Körnermais sogar 10 000 kg. Dies entspricht einer Humuszufuhr von rund 30 Tonnen Stallmist pro Hektar. Gleichzeitig ist Mais ein guter Stickstoffverwerter, der zum Aufbau von einem Kilo Biomasse 20 bis 30 Prozent weniger Stickstoff als andere Kulturpflanzen braucht und besonders effizient den Stickstoff aus organischen Düngern nutz. So lassen sich etwa 60 Prozent Mineraldünger einsparen.

 
Die Maisfelder von morgen
 

Wenn im Herbst die Felder wieder anfangen gelb zu blühen, ist das nicht Raps wie viele vermuten, sondern Senf. Senf oder andere Kulturen wie beispielsweise Ölrettich und Grünroggen werden von den Landwirten nach der Getreideernte als sogenannte Zwischenfrüchte oder Winterbegrünung ausgesät. Diese Felder sind die Maisfelder von morgen. Der Aufwuchs schützt und lockert den Boden und führt ihm organische Masse zu. Grünroggen können die Landwirte darüber hinaus als Futter- oder Biomasselieferant nutzen. Im Frühjahr des folgenden Jahres wird auf diesen Feldern nach einer Bodenbearbeitung der Mais gesät.


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